9. Februar 2012

Adventisten in Neuseeland unterstützen Kampagne gegen extremen Alkoholmissbrauch

[Auckland/Neuseeland] Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Neuseeland unterstützt die nationalen Aktionsprogramme zur Alkoholprävention. Die Kampagne der Regierung zielt darauf ab, die traditionell alkoholdeterminierte Trinkkultur, in der Alkohol fester Bestandteil der Alltagskultur ist, zu einer alkoholpermissiven Kultur zu wandeln, in der Alkohol nur bei bestimmtem Gelegenheiten konsumiert wird.

Neuseeland kennt exzessiven Alkoholkonsum und hat ein massives Alkoholproblem. Von den 4.35 Millionen Einwohnern sind 700’000 starke Trinker. Bei der Hälfte aller Gewaltverbrechen ist Alkohol im Spiel. Bis zu 75 Prozent der nächtlichen Behandlungen in den Notfallstationen der Krankenhäuser zwischen Donnerstag und Samstag sind alkoholbedingt. Ein Drittel der Verhaftungen steht im Zusammenhang mit Alkohol. Es gibt täglich bis zu 300 Delikte, bei denen Alkohol eine Rolle spielt. 500 schwere oder tödliche Verkehrsunfälle jährlich sind auf Alkoholkonsum zurückzuführen. Jedes Jahr gibt es in Neuseeland über 1000 Alkoholtote und mindestens 600 Kinder werden mit fetalen Alkoholschäden geboren.

2009 wurde eine Regierungskommission beauftragt eine Gesetzesvorlage zu verfassen, die Auswirkungen des Alkoholskonsums auf die Gesellschaft aufzeigt. Der Vorsitzende, Sir Geoffrey Palmer sagte bei der Veröffentlichung des Entwurfes, dass er keine Ahnung vom Ausmaß der Alkoholproblematik in Neuseeland gehabt habe. Die Kommission schlage deshalb wesentliche Änderungen bezüglich der Abgabe von Alkohol, des Preises und der Werbung vor.

„Wir nehmen wahr“, so Paul Rankin, Abteilungsleiter für Gesundheit der Siebenten-Tags-Adventisten in Neuseeland, „dass das Kabinett die Promillegrenze für Verkehrsteilnehmer diskutiert und hoffen sehr, dass es die zulässige Blutalkoholgrenze reduziert.“

Im Namen von 12000 erwachsen getauften Adventisten in Neuseeland, unterstrich Rankin: „Wir möchten recht verstanden werden, weshalb wir uns dazu äußern. Als Kirche haben wir schon lange eine klare Stellung hinsichtlich unserer Verantwortung für die Gesellschaft. Neuseeland hat eine Alkoholkrise. Alkohol ist eine Droge, die süchtig macht und die das Gehirn verändert. Unsere öffentliche Stellungnahme beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern wir es wirtschaftlichen Kreisen erlauben sollen, den exzessiven Alkoholkonsum zu fördern.“ Ergänzend fügte er an: „Als Kirche vertreten wir den Standpunkt der Alkoholabstinenz. Obwohl es nicht unsere Aufgabe ist, der Gesellschaft moralisches Verhalten vorzuschreiben, sorgen wir uns über das Wohlbefinden der Menschen in unserem Land.“

Die Empfehlungen der Regierungskommission zur Eindämmung alkoholbedingter Probleme in der Gesellschaft orientieren sich an internationalen Erkenntnissen. Sie werden als „5+ Lösung“ bezeichnet:

  1. Erhöhung des Alkoholpreises.
  2. Erhöhung der Altersgrenze für den Verkauf.
  3. Erschwerung des Zugangs zu Alkohol.
  4. Einschränkung der Vermarktung und Werbung für Alkohol.
  5. Verstärkung der Maßnahmen gegen Alkohol am Steuer.

Plus: Erhöhung der Behandlungsangebote für schwer Alkoholkranke.

Siebenten-Tags-Adventisten, Anglikanern und weitere Kirchen in Neuseeland haben zum exzessiven Alkoholkonsum und den damit verbundenen Schäden in der neuseeländischen Gesellschaft öffentlich Stellung bezogen und unterstützen gemeinsam den Regierungsansatz der „5+ Lösung“. [APD]