9. Februar 2012

Auch Siebenten-Tags-Adventisten vom Hochwasser in Sachsen betroffen

[Chemnitz/Görlitz] Nach der schlimmen Katastrophe von 2002 kämpfen die Menschen in Sachsen erneut gegen bedrohliche Wassermassen an. Betroffen sind neben privaten Haushalten auch öffentliche Gebäude und Kirchen.

In einigen Kirchen der Siebenten-Tags-Adventisten, wie in Neukirchen und Jahnsdorf, musste am Samstag der gewohnte Gottesdienst ausfallen. Stattdessen halfen dort Gottesdienstbesucher mit, die überfluteten Grundstücke vor weiteren Wassereinbrüchen zu sichern. Erich Gutsche, pensionierter Pastor aus Chemnitz: „Wir haben Tiere und Sachwerte aus den überfluteten Räumen gerettet. Zwei Familien haben durch die Überflutung ihrer Wohn- und Kellerräume erheblichen Schaden erlitten.“

Die Grundstücksverwaltung der evangelischen Freikirche hat bereits erste Reparaturmaßnahmen geplant. „Die Gottesdiensträume in Jahnsdorf liegen im Obergeschoss und sind nicht betroffen. Im Erdgeschoss werden wir den Betonestrich mit der Fußbodendämmung erneuern“, so Günther Vorsatz von der Grundstücksverwaltung.

Stefan Gelke, Pastor in Görlitz und Zittau hält die Schäden in seinen Gemeindebezirken für überschaubar. Ein Ehepaar wurde für kurze Zeit evakuiert, andere haben durch vollgelaufene Keller ziemliche Sachschäden erlitten. Dagegen gab es an den Kirchengebäuden bisher keine nennenswerten Schäden. Offenbar hat der Tagebau vor der Stadt einen großen Teil des Wasser aufgenommen „Teilweise fehlt noch Strom und es könnte Probleme in der Wasserversorgung geben, sobald die Reserven aufgebraucht sind“, so Pastor Gelke. Nach Information des Energieversorgers werden die Ortslagen vor Überflutung unangekündigt vom Strom abgeschaltet. Trotzdem ist der adventistische Pastor guten Mutes: „Es herrscht mehr eine Stimmung der Erleichterung und der Dankbarkeit. Die fleißigen Lausitzer werden alles schnell wieder herrichten.“

Im Dreiländereck von Deutschland, Tschechien und Polen war am Wochenende die Neisse nach heftigen Regenfällen und dem Bruch eines polnischen Staudamms rasant angestiegen und hatte so zur schlimmsten Naturkatastrophe seit dem verheerenden Jahrhunderthochwasser im August 2002 geführt. Auch wenn kurzzeitig ein Sinken der Wasserstände zu beobachten ist, können diese schnell wieder ansteigen. Es wird erwartet, dass sich die derzeitige kritische Situation in den Ortslagen unterhalb Görlitz entlang der Neiße fortsetzt. Von einer Entspannung der Situation kann daher noch nicht gesprochen werden. (mh)