[Köln] Ab Samstag strahlt der Dokumentationskanal Phoenix zwölf neue Folgen der evangelischen Fernseh-Talkshow “Tacheles” aus, dabei dreht sich in den nächsten zwei Jahren alles um die biblischen Zehn Gebote: “Alter Wert in neuen Schläuchen: Müssen die Zehn Gebote neu geschrieben werden?” lautet der Titel der “Tacheles”-Sendung, die für den kommenden Samstag (Phoenix, 22:15 Uhr) aufgezeichnet wurde. Mit einem neuen Konzept moderiert Ursula Ott die christliche Talksendung, die ab sofort in jeweils einer anderen Kirche in Deutschland aufgezeichnet wird. Ott ist stellvertretende Chefredakteurin des evangelischen Monatsmagazins “Chrismon”.
Nach Einschätzung der FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger prägen die zehn Gebote in der Heiligen Schrift nach wie vor das Zusammenleben der Gesellschaft. “Die zehn Gebote sind Grundlage unseres Zusammenlebens in Deutschland”, äußert sich die ehemalige Bundesjustizministerin. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, meint, die Gebote brauchten sich nicht “hinter der Verfassung zu verstecken”. Die Grundrechte basierten auf Werten, die der Staat nicht garantieren könne. Die zehn Gebote seien entstanden als ein Wegweiser der Freiheit und hätten ursprünglich einen revolutionären Sinn. Es sei ein Fehler gewesen, dass man sie “zur Kinderlehre gemacht” habe.
Ulrich Khuon, der Intendant des Hamburger Thalia-Theaters, kritisierte, dass in den vergangenen zehn Jahren durch den Trend zu Individualisierung und “Ich-AGs” oftmals Werte in Vergessenheit geraten seinen. Jetzt allerdings machten die Menschen die Erfahrung von Defiziten und sozialer Kälte. Er forderte zu mehr Wahrhaftigkeit auf. Nötig sei es, “Nähe von Denken, Reden und Handeln zu praktizieren”.
Nach Auffassung des stellvertretenden Chefredakteurs der Zeitschrift “stern”, Hans-Ulrich Jörges, sind die gesellschaftlichen Eliten unglaubwürdig geworden. Wenn in Meinungsumfragen über das Vertrauen in Institutionen die Polizei ganz oben sei und wenn die Kirchen im Mittelfeld sind, läuft etwas schief. Die Kirchen dürften sich nicht einschmeicheln. Viele Predigten seien lau, unentschieden und unklar. “Die Kirche soll sich in der Gesellschaft mit klaren Sätzen einmischen, die jeder versteht”, forderte der Journalist.
Bedeutung der Zehn Gebote bleibt unbestritten
26. Oktober 2007 von









