[Weiterstadt] Es war, als würde die Erde von einer gewaltigen Faust getroffen: Am 27. Februar 2010 kam es vor der Küste Zentralchiles zu einem Erdbeben, das mit einer Magnitude von 8,8 zu den fünf stärksten jemals gemessenen gehört. Wissenschaftler stellten anschließend fest, dass weite Teile Südamerikas versetzt und sogar die Erdachse leicht verschoben worden war.
Die verschiedenen Soforthilfemaßnahmen verlaufen bisher erfolgreich. Erste Übergangsunterkünfte konnten inzwischen von den obdachlos gewordenen Menschen bezogen werden.
ADRA Deutschland stellte in der Stadt Chillan 100 Übergangshäuser fertig, die jetzt den Opfern zum Einzug übergeben wurden. Damit endet für die Familien das Leben in Zelten und Notunterkünften. In den neuen Holzhäuschen können sich die Betroffenen ab sofort mit ihrem verbliebenen Hausstand einrichten.
Die Übergangshäuser in Chile sind so stabil gebaut, dass sie mindestens für die kommenden drei Jahre eine sichere Unterkunft auf 18 Quadratmetern bieten. Sie sind auf einer Betonplatte verankert und haben innen und außen verschalte Wände mit einer Isolierung. Das Dach ist mit Wellblech, Dachpappe und einer innen liegenden Holzverkleidung dreifach gedichtet. Zwei gleich große Zimmer lassen eine beschränkte funktionale Trennung zu. Insgesamt baut das ADRA-Netzwerk 1.000 Häuser dieser Art.
Damit die Häuser nicht zur dauerhaften Siedlung werden, muss in den kommenden Jahren der Wiederaufbau funktionieren. Auch dabei wird ADRA mithelfen, denn viele Familien verfügen nicht über die finanziellen Voraussetzungen, ihr Leben aus eigener Kraft wieder in die Normalität zurückzuführen.
Das Erdbeben, das im Februar in Chile Hunderte Menschen getötet hat, war eines der heftigsten in der Geschichte der Messungen. Die Folge war nicht nur eine leichte Verschiebung der Erdachse – es kam auch zu dramatischen Veränderungen an Chiles Küste.











