Serienstart zur geplanten staonline nachrichten-Leserreise im März 2008
Wir starten mit einem kleinen Ausblick auf Hongkong, der südlichsten Metropole Chinas. In Hongkong leben ungefähr 7 Millionen Menschen und davon sind ca. 3000 Siebenten-Tags-Adventisten. Ein Teil davon kommt von den Philippinen und arbeitet als Haushaltshilfe (hier “Helfer” oder “Maid” genannt) in Familien. “Unsere” Philippinas machen in etlichen Gemeinden einen Großteil der sabbatlichen Gottesdienstbesucher aus. Sie arbeiten in Hongkong, weil sie oder andere Familienmitglieder in ihrem Heimatland keine Arbeit finden können. Mit ihrem Lohn finanzieren sie den Lebensunterhalt der Familie in der Heimat.
Die “Umgangssprache” in den Gemeinden ist chinesisch, wobei man in Hongkong das kantonesische Chinesisch spricht. Der Gottesdienstablauf ist eher amerikanisch geprägt und geht in der Regel über zweieinhalb bis dreieinhalb Stunden. Zu Beginn und irgendwo in der Mitte wird viel gesungen, – viel mehr als in Deutschland. In Hongkong sind die Adventisten in erster Linie durch die ihre beiden Krankenhäuser bekannt.
Hongkong ist eine Stadt, in der Geld die alles entscheidende Rolle spielt. Hier ist der Warenumschlagplatz für Produkte, die in China produziert und in alle Welt exportiert werden. Wenn wir im Norden Hongkongs die Stadt verlassen und über die Grenze nach “Mainland China” gehen, betreten wir die Nachbarstadt – Shenzhen mit ca. 6 Millionen Einwohnern und bekommen einen Vorgeschmack dessen, wie wir uns die Städte im heutigen China vorstellen müssen.
Deutsche Städte wie vielleicht Hamburg oder Düsseldorf wirken dagegen kleinstädtisch und Bielefeld hat im Vergleich einen sehr dörflichen Charakter. Wir befinden uns jetzt in der sogenannten Guangdong Provinz. Guangzhou ist die Provinzhauptstadt mit ungefähr 16 Millionen Einwohnern. Das ist so in etwa die Einwohnerzahl des Ruhrgebietes. Kleinere Städte in der Nachbarschaft wie z. B. Shunde mit 2 Millionen Einwohnern kennt kaum jemand – eben weil sie so “klein” sind. Nicht weit von Guangzhou liegt die Stadt Foshan mit 500.000 Einwohnern. Sie beherbergt den größten Möbelmarkt Chinas. Auf einer Länge von 11 Kilometern zu beiden Seiten einer vierspurigen Schnellstraße mit drei Parallelstraßen ist ein Möbelhaus neben dem anderen.
In einer weiteren Stadt der Guangdong Provinz finden wir ca. siebzehntausend Fabriken nur für Damenunterwäsche, wohlgemerkt in EINER Stadt. Wir fahren weiter in Richtung Nordosten. Von den in etwa 360.000 Adventisten in China finden wir 40.000 in Whenzhou, einer Stadt südlich von Shanghai.
Nicht weit davon ist Yiwu, die Stadt mit dem größten Markt der Welt. Hier sind auf einer einzigen Fläche 58.000 “Factory Outlets” angesiedelt, d. h. Verkaufsläden von Herstellern aller möglichen Artikel – von der Stecknadel über den Bleistift, die Handtasche, die Stereoanlage, dem Fußball bis zum Sessel.
Wer will, kann hier richtig gut einkaufen gehen, allerdings dann auch richtig: Die Verkäufer verkaufen am liebsten “containerweise”. Übernachten kann man in einem der zahlreichen Hotels, die auf dem Gelände untergebracht sind, denn ein paar Tage sollte man zum “shoppen” einplanen.Und am Sabbat gehen wir zum Gottesdienst in die Gemeinde. Eigentlich sagt man aber nicht Gemeinde, sondern Kirche. Aber davon im nächsten Bericht.
Zai Jian, auf Wiedersehen!
Natürlich weiß jeder, dass man in China mit Stäbchen ist. Im Englischen heißen sie Chopsticks. Das Essen spielt in der chinesischen Kultur eine sehr große Rolle und darum schreibt der Autor dieser Artikelserie unter dem Pseudonym “Chopstick”.









