9. Februar 2012

Die einfache Wissenschaft des Gebets

Furioser Auftakt beim 14. G-Camp der Siebenten-Tags-Adventisten

Die ersten Takte der voluminös aufspielenden Band um Multitalent Ruth Weber aus Erlangen sorgten zu Beginn des G’2007 für eine weiträumige, effektgewaltige Klangkulisse. Das 14. G-Camp der Siebenten-Tags-Adventisten auf dem Gelände der Theologischen Hochschule Friedensau ist eröffnet. Chefkoordinator Pastor Frank Waldschmidt, in diesem Jahr als Bettelmönch verkleidet, rief den erwartungsgeladenen Teilnehmern zu: „Seid mir gegrüßt ihr Pilger von nah und fern. Willkommen in der Enklave Friedensau.“ Besondere Aufmerksamkeit wurde dem jüngsten der 1200 angereisten Dauerteilnehmer zuteil, der dreieinhalb Wochen alten Fiona aus Nürnberg.

Unsere Gesellschaft, die nach Einschätzung der Veranstalter in wachsender Angst lebt, sehnt sich nach Gott. Eine neue Religiosität ist spürbar und drückt sich in individuellen Patchworkformaten aus. Dem will das Campmeeting in Workshops, Referenden und Seminaren ein christlich klar definiertes Profil entgegensetzen.

Professor Dr. Udo Worschech, der scheidende Rektor der Theologischen Hochschule warnte in seinem Grußwort vor den Gefahren falsch verstandener Spiritualität und lobte gleichzeitig, dass dieses Thema „hier auf diesem heiligen Grund“ während des G’2007 auf unterschiedlichen Ebenen reflektiert wird.

randymaxwell.jpgRandy Maxwell, 19 Jahre als Creativ Director für einen US amerikanischen Verlag tätig und seit anderthalb Jahren Pastor in Kuna, Idaho, gehört zu den Hauptrednern des diesjährigen „Kleinen Kirchentages“ der Adventisten. In seinem Eröffnungsvortrag schilderte er die einfache „Wissenschaft“ des Gebetes: „Glaube, wenn du betest.“ Aus seiner Sicht beten die meisten Menschen hoffend, aber nicht glaubend. Anschaulich erklärte Maxwell: „Wenn du Jesus glaubst, lässt du den Blindenstock hinter dir.“

Das bis einschließlich 5. August andauernde G-Camp der evangelischen Freikirche erwartet unter dem Motto Be inspired – Gott begegnen, authentisch leben“ insgesamt ca. 8000 Teilnehmer. Auf dem Zeltplatz in Friedensau wurden mehr als 200 Zelte gezählt, die überwiegende Mehrheit ist allerdings in den Gästehäusern und umliegenden Hotels untergebracht. Mehr als zwei Dutzend Workshops, Seminare und andere Veranstaltungen stehen den überwiegend aus Deutschland kommenden Teilnehmern offen. Die Rednerliste ist international bestückt und bescheinigt der Veranstaltung erneut ein hohes Niveau.

Das G-Camp ist ein offener Kirchentag der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ging aus der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts hervor. Gegenwärtig zählt sie über 15 Millionen erwachsene Mitglieder und mehr als 25 Millionen Gottesdienstbesucher in 202 Staaten der Erde. In der Bundesrepublik Deutschland sind 36.000 Mitglieder in 572 Gemeinden organisiert. Ihre einzige Glaubensgrundlage ist die Bibel.

Kommentare

  1. Nobby meint:

    Es tut mir leid aber ich denke nicht das man Gott verherrlichen kann mit Rock oder Schlagzeug – Musik ! Dies ist ganz sicher nicht der Weg Gottes! Gott sollte man in Sille und Erfurcht anbeten und nicht im Lärm!!

  2. Söri meint:

    Ich schließe mich Nobby an !
    Allein Formulierungen wie “effektgewaltige Klangkulisse”, “nie versiegendes Refill-System” (damit soll der Heilige Geist gemeint sein) oder “Gesang und Tanz zum Lobpreisgottesdienst” zeigen deutlich, dass es hier eher um die Befriedigung des Egos als um die Anbetung Gottes geht.
    Der Gipfel zeigt sich dann in der Aussage, dass der Heilige Geist “ständig zur VERFÜGUNG” stünde. Wer steht hier wem zur Verfügung ?
    Damit entlarvt sich das Friedensauer G-Camp erneut deutlich als charismatische Veranstaltung; dies sollte man nicht verwechseln mit dem Adventglauben, der dazu diametral entgegensteht.

    Man mag sich die Frage stellen, welcher Gott hier angebetet wird – der Gott der Bibel, dem Ehrfurcht in jeglicher Hinsicht gebührt (was sich folglich auch in der Sprache niederschlägt), ist es offensichtlich nicht.