9. Februar 2012

Enzyklika über die Hoffnung “Spe salvi” von Papst Benedikt veröffentlicht

[Vatikanstadt] Die zweite Enzyklika von Papst Benedikt XVI. ist am Freitag im Vatikan veröffentlicht worden. Nach katholischer Tradition ist die Enzyklika mit den ersten Worten des lateinischen Textes „Spe salvi“ („Gerettet durch die Hoffnung“) betitelt. Der Papst hatte dieses für die katholischen Gläubigen in aller Welt wichtige Dokument am Freitagvormittag unterzeichnet.

Kardinal Georges Marie Gottier, Ehrentheologe des Päpstlichen Hauses, und Kardinal Albert Vanhoye, Ehrenprofessor des päpstlichen Bibelinstituts, haben die Enzyklika Journalisten im Vatikan offiziell vorgestellt. Der Chef des Pressedienstes des Heiligen Stuhls, Federico Lombardi, machte darauf aufmerksam, dass der Papst den gesamten Text des Dokumentes, an dem er im Sommer 2007 intensiv zu arbeiten begonnen hatte, eigenhändig geschrieben habe.

In seiner neuen Enzyklika legt Benedikt XVI., der den Ruf eines der bedeutendsten Theologen der Gegenwart genießt, die christliche Auffassung zum Begriff Hoffnung in der modernen Welt dar. Der Papst hatte früher wiederholt hervorgehoben, dass die Hoffnung den Christen helfe, dem Pessimismus und dem Nihilismus, die in der modernen Gesellschaft weit verbreitet seien, zu widerstehen.

Üblicherweise nimmt die Übersetzung einer Enzyklika aus dem Latein in die Hauptsprachen etwa einen Monat in Anspruch. Diesmal hat der Heilige Stuhl jedoch beschlossen, die Übersetzung des päpstlichen Rundschreibens bis Weihnachten zu vollziehen, das für alle Christen ein Symbol der Hoffnung bedeutet.

Als der Papst kurz davor war, seine Arbeit an dem Dokument abzuschließen, wurde dies vom Staatssekretär des Vatikan, Kardinal Tarcisio Bertone, bekannt gegeben. Beachtenswert ist, dass die Veröffentlichung der Enzyklika für den 30. November angesetzt wurde. An diesem Tag gedenken alle Katholiken des Apostels Andreas, Gründer und Schutzpatron der Kirche von Konstantinopel und Schutzheiliger solcher Länder wie Russland, Griechenland und Rumänien. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dies als eine Geste von Benedikt XVI. für die orthodoxe Welt angesehen werden kann.

Seine erste Enzyklika, „Deus caritas est“, („Gott ist Liebe“) hatte Benedikt XVI. am 25. Dezember 2005 unterzeichnet. Diese Schrift, eine Art theologische Betrachtungen zum Wesen der Gottesliebe als der Grundlage der kirchlichen Mission der Barmherzigkeit und der Menschenliebe, wurde genau einen Monat später veröffentlicht. (mh/EANN)