[Düsseldorf] Der christliche Glaube erleichtert die Unternehmensführung und den Umgang miteinander im Betrieb. Dieser Überzeugung ist der weltweit größte Produzent von Babynahrung, Claus Hipp (Pfaffenhofen/Ilm). Ein Gläubiger könne beten, habe Hoffnung und sei dadurch “einfach stärker”, sagte der katholische Unternehmer am 27. Februar auf dem Kongress christlicher Führungskräfte in Düsseldorf. Der Glaube schenke auch Einfühlungsvermögen und fördere die Demut, also die Fähigkeit, mit eigenen Grenzen und Unzulänglichkeiten umzugehen. Im Blick auf die Unternehmensführung sagte Hipp: “In den Zehn Geboten ist alles geregelt. Wenn wir nicht mehr hätten, könnten wir zumindest verantwortungsvoll handeln.” Hipp bezeichnete den Glauben als sehr gerecht: “Der Bildungsstand ist kein Vorteil. Wir sollen wie die Kinder werden.” Hipp sprach auch über die Ethik-Charta in seinem Unternehmen. Dazu gehöre der Grundsatz: “Wir wollen keinen kurzfristigen Erfolg, der auf zweifelhafte Weise zustande kommt.”
Kardinal Meisner: Schein darf nicht über Sein triumphieren
Der Erzbischof von Köln, Dr. h.c. mult. Joachim Kardinal Meisner, sagte in einem Grußwort, in Führungspositionen gehe es nicht um äußeren Glanz, sondern um die Bereitschaft, anderen Menschen zu dienen: “Der Schein darf nicht über das Sein triumphieren.” Heute lebe ein Großteil der Menschen nach dem Motto: “Ich diene gern – am liebsten in führenden Positionen.” Doch zu führen bedeute vor allem, Verantwortung zu übernehmen, betonte der Kardinal. Nach christlichem Ethos seien Christen in besonderer Weise dazu gerufen, Verantwortung zu übernehmen, weil Gott ihnen aufgetragen habe, die Welt mitzugestalten. Dabei sollten christliche Führungskräfte sich aber immer “in der Nachfolge dessen begreifen, der nicht kam, um zu herrschen, sondern um zu dienen”.
Schweizer Nationalrat: Maßhalten lernen
Der Schweizer Nationalrat und Unternehmer Werner Messmer (Zürich) sagte, die Gesellschaft müsse vor allem wieder lernen Maß zu halten. Maßlosigkeit sei Gift für das soziale Gefüge und lasse das Vertrauen in die Wirtschaft schwinden. So erzeugten maßlose Managerbezüge, Boni und Abfindungen Wut und Unverständnis. Der Politiker begrüßte es, dass eine Gerechtigkeitsdebatte in Gang gekommen sei. Die derzeitige Wirtschaftskrise sei keine Systemkrise, sondern eine Wertekrise. Darum bedürfe es auch keines Systemwechsels, sondern veränderter Menschen mit einer Ethik des Vertrauens und der Glaubwürdigkeit, so Messmer.
Der Kongress christlicher Führungskräfte, der seit 1999 bereits zum sechsten Mal stattfindet, dauert noch bis Samstag. Veranstalter ist die Evangelische Nachrichtenagentur idea in Zusammenarbeit mit der Firma tempus-Zeitplansysteme.









