[Atlanta, Georgia/USA] Mit Rajmund (Ray) Dabrowski scheidet der Kommunikationschef der Weltkirchenleitung der Siebenten-Tags-Adventisten aus dem Amt, der 16 Jahre die Wahrnehmung der evangelischen Freikirche in den öffentlichen und internen Medien geprägt hat. Seit 1994 leitete er vom Sitz der Weltkirchenleitung in Silver Spring (Maryland/USA) aus ein internationales Kommunikationsteam, mit dreizehn Standorten weltweit. Mit seinem Amtsantritt gründete der aus Polen stammende Dabrowski die Nachrichtenagentur ANN (Adventist News Network), die seitdem zum wichtigsten Kommunikationskanal der Freikirche avancierte.
„Als ich 1995 damit begann, eine weltweite Kommunikationsstruktur für die Freikirche aufzubauen, ging es mir in erster Linie darum, das Thema „Hoffnung“, das zentraler Bestandteil der Siebenten-Tags-Adventisten ist, in alle Bereiche zu implementieren“; so Dabrowski im Gespräch mit EANN. „Heute haben wir das globale TV-Programm „Hope-Channel“ und die Mitglieder der Kirche identifizieren sich mit diesem Motiv, indem sie sich als Hoffnungsträger oder Hoffnungsbringer in der Gesellschaft verstehen.“
Die Einführung eines einheitlichen Logos und die stringente Umsetzung einer globalen Corporate Identity zählen zweifellos zu den großen Verdiensten des scheidenden Kommunikationsleiters. Der in England lebende Kommunikationsfachmann Miroslav Pujic erinnert sich: „Ray Dabrowski hat der weltweiten Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten zu einem einheitlichen Erkennungsmerkmal verholfen. Er war in jeder Situation ein exzellenter und souveräner Sprecher der Weltkirchenleitung.“
Dabrowski schätzte besonders den innovativen Geist der jungen Medienleute in aller Welt, die „maßgeblich daran mitgearbeitet haben, die externe und interne Kirchenkommunikation auf ein professionelles Niveau zu heben“. Er unterstützte unterschiedliche Initiativen, gleichgültig, ob sie Teil der hauptamtlichen Kirchenstruktur waren oder als Laienorganisation fungierten. So war er unter anderem mehrfach Gast auf den Foren des deutschen Internetvereins „staonline e.V.“ und stellte dessen Aktivitäten als exemplarisch für andere Länder dar.
„Zu den wichtigsten Entwicklungen der letzten Jahre zählt für mich die Verwendung der elektronischen und neuen Medien, sowohl in der Kommunikation als auch in der Mission der Kirche“, resümiert Dabrowski. „Ermöglicht wurde dieser innerkirchliche Fortschritt durch das ausgeprägte Vertrauensverhältnis unter den Verantwortungsträgern auf höchster Führungsebene.“
Gefragt, was er sich künftig für die Kommunikationsarbeit der Siebenten-Tags-Adventisten wünsche, erwiderte Dabrowski: „Es ist entscheidend, die Bedeutung professioneller Kommunikation zu verstehen. Die Kirchenleitung muss sich im Klaren darüber sein, was Kommunikation ist und nicht was Kommunikation sein könnte. Es kommt nicht darauf an, möglichst über viele Satelliten zu kommunizieren, sondern ein Bewusstsein dafür zu haben, wie und mit welchen Inhalten die Medien genutzt werden.“
Für viele kam der Abschied Dabrowskis während der in Atlanta tagenden 59. Weltsynode der Siebenten-Tags-Adventisten unerwartet. Angesichts der neu gewählten Weltkirchenleitung scheint der Zeitpunkt dennoch passend für die Neubesetzung der Kommunikationsabteilung zu sein, die künftig der aus Brasilien stammende Williams S. Costa Jr. leiten wird.
Die Wertschätzung seiner ehemaligen Kollegen und Mitarbeiter fasst der australische Medienexperte John T. Banks wie folgt zusammen: „Dabrowski leistete auf höchstem Niveau eine professionelle Arbeit. Es ist ihm gelungen, das Profil der Freikirche in den Medien angemessen und sachlich darzustellen. Mit ihm scheidet eine Persönlichkeit aus dem Amt, die Hochachtung und Wertschätzung verdient.“ (mh)









