9. Februar 2012

Mehr Bildung für Somalia

[Weiterstadt bei Darmstadt]   Grundbildung für alle bis 2015, so lautet das Ziel der internationalen Initiative „Education for All“. Im Aktionsplan von Dakar und den Millenniumsentwicklungszielen hat sich die internationale Gemeinschaft verpflichtet, bis zum Jahr 2015 allen Kindern Zugang zur Grundbildung zu verschaffen.

Die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Deutschland unterstützt dieses Bestreben in Somalia, dem Land mit der weltweit niedrigsten Schulrate. Daher hat ADRA ein weiteres Projekt begonnen, das vor allem Kindern und Frauen eine bessere Zukunftsperspektive eröffnen soll.

Somalia ist ein von Armut geprägter zerfallener Staat im äußersten Osten Afrikas. Das Land ist in die Regionen Somaliland, Puntland und den Zentralen Süden aufgeteilt. In letzterem herrscht trotz einer Übergangsregierung ständig Krieg. Obwohl Somaliland und Puntland relativ stabile Regierungen haben, fehlt es Kindern und Frauen an ausreichender Bildung. Laut dem Pressesprecher von ADRA Deutschland, Hartmut Wilfert (Weiterstadt bei Darmstadt), sei im weltweiten Vergleich die Schulrate in Somalia am niedrigsten. Nur knapp 28 Prozent der über 1,6 Millionen Kinder zwischen sechs und 13 Jahren seien bei einer Grundschule angemeldet. Viele dieser Kinder verließen die Schule jedoch schon vor Abschluss der vierten Klasse wieder. Aber auch 80 Prozent der Erwachsenen seien Analphabeten, davon ein Großteil Frauen, von denen nur etwa zwölf Prozent lesen und schreiben könnten.

Damit mehr Kinder aber auch Erwachsene die Chance hätten, sich zu bilden und damit eine Zukunftsperspektive aufzubauen, verfolge ADRA Deutschland seit 1996 ein langfristiges Bildungskonzept für Somalia. Das neue EPIBE-Projekt (Expanded Participation in Basic Education) sei Teil dieses Konzepts und wurde im November 2009 von der EU genehmigt, informierte Wilfert. ADRA Deutschland arbeite dabei zusammen mit ADRA Somalia, Schulämtern und Bildungsministerien in Somalia sowie mit der Hilfsorganisation Relief International am Aufbau von Schulen und Bildungszentren. Mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union sollen in verschiedenen Regionen der Länderteile Somaliland, Puntland und dem Zentralen Süden innerhalb von 36 Monaten 71 Grundschulen und 24 Erwachsenenbildungszentren aufgebaut und dafür Lehrkräfte ausgebildet werden. Wert werde auf Selbstverwaltung gelegt, sodass die Bildungseinrichtungen nach dem Projektende auch in den Gegenden weiter bestehen könnten, wo bislang staatliche Strukturen fehlten, betonte Wilfert. Etwa 64.000 Kinder und Jugendliche sowie 14.000 Erwachsene würden so einen Zugang zur Bildung erhalten. 50 Prozent der Kinder seien Mädchen und 70 Prozent der Erwachsenen Frauen. (APD)

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